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A2 Motorrad kaufen: Worauf du bei 35 kW, Drosselung und Gewicht achten musst

  • Autorenbild: Markus Brömmler
    Markus Brömmler
  • 8. Juli
  • 3 Min. Lesezeit

Der A2-Führerschein ist für viele Motorradfahrer der perfekte Aufstieg: deutlich mehr Leistung als eine 125er, aber noch überschaubarer als die offene Klasse A. Wer ein A2 Motorrad kaufen möchte, sollte jedoch nicht nur nach Optik, Sound oder PS entscheiden. Wichtig sind 35-kW-Grenze, Leistungsgewicht, Drosselbarkeit, späteres Entdrosseln, Gewicht, Sitzhöhe und Alltagstauglichkeit. Denn nicht jedes gedrosselte Motorrad ist automatisch A2-tauglich.


A2 Motorrad kaufen: Worauf du bei 35 kW, Drosselung und Gewicht achten musst
A2 Motorrad kaufen: Worauf du bei 35 kW, Drosselung und Gewicht achten musst

Was darf ein A2 Motorrad leisten?

Mit Klasse A2 darfst du Motorräder mit maximal 35 kW, also 48 PS, fahren. Zusätzlich darf das Leistungsgewicht höchstens 0,2 kW pro Kilogramm betragen. Bei gedrosselten Motorrädern ist wichtig: Das offene Ausgangsmodell darf nicht mehr als 70 kW haben. Diese 70-kW-Regel verhindert, dass sehr leistungsstarke Big Bikes einfach auf 35 kW gedrosselt werden.


Für Käufer bedeutet das: Schau nicht nur auf die eingetragene Leistung. Prüfe auch, welche offene Leistung das Motorrad ursprünglich hatte und ob die Drosselung legal eingetragen ist. Besonders beim Gebrauchtkauf sind Fahrzeugschein, Drosselgutachten, ABE und Werkstattnachweis wichtig.


35 kW sind genug – wenn das Motorrad passt

Viele Einsteiger unterschätzen, wie viel Fahrspaß 35 kW bieten können. Ein gutes A2 Motorrad ist leicht, gut dosierbar und hat genug Leistung für Landstraße, Pendelstrecke und Wochenendtouren. Entscheidend ist nicht die maximale PS-Zahl, sondern wie harmonisch Motor, Getriebe, Bremsen und Fahrwerk zusammenarbeiten.


Ein leichtes Motorrad mit 35 kW kann deutlich agiler wirken als ein schweres Motorrad mit derselben Leistung. Deshalb ist das Gewicht beim A2-Kauf besonders wichtig. Wer als Aufsteiger von 125 ccm kommt, sollte nicht direkt ein zu schweres Motorrad wählen. Rangieren, Wenden, Anhalten am Berg und langsames Fahren müssen sicher beherrschbar bleiben.


Drosselung: Werkseitig oder nachträglich?

Viele A2 Motorräder gibt es direkt mit 35 kW ab Werk. Das ist oft die sauberste Lösung, weil Motorsteuerung, Papiere und Zulassung bereits passend ausgelegt sind. Alternativ können manche Motorräder nachträglich gedrosselt werden. Dann muss die Drosselung fachgerecht eingebaut und in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden.


Beim Kauf solltest du fragen: Ist die Drosselung eingetragen? Gibt es Unterlagen? Wurde sie von einer Fachwerkstatt eingebaut? Ist das offene Modell überhaupt A2-konform? Ein Motorrad mit 35 kW im Inserat ist nur dann eine gute Wahl, wenn die rechtliche Seite sauber ist.


Später entdrosseln: Gute Idee oder Kostenfalle?

Viele A2-Fahrer kaufen ein gedrosseltes Motorrad mit dem Plan, es nach dem Aufstieg auf Klasse A zu entdrosseln. Das kann sinnvoll sein, wenn das Motorrad auch offen noch gut zu dir passt. Es kann aber auch zur Kostenfalle werden. Entdrosselung, Eintragung, Versicherung, mögliche Steuergeräte-Anpassung und Werkstattkosten sollten vorher geklärt werden.


Wichtig ist auch die ehrliche Frage: Willst du dieses Motorrad wirklich mehrere Jahre fahren? Wenn du nach zwei Jahren ohnehin ein anderes Bike möchtest, kann ein echtes A2-Modell mit gutem Wiederverkaufswert sinnvoller sein als ein großes Motorrad, das nur vorübergehend gedrosselt wird.


Naked Bike, Reiseenduro oder Cruiser?

Naked Bikes sind für A2-Fahrer besonders beliebt. Sie sind meist handlich, übersichtlich, nicht zu schwer und bieten eine entspannte Sitzposition. Für Alltag, Landstraße und erste Touren sind sie oft die beste Wahl.


A2-Reiseenduros und Adventure Bikes passen zu Fahrern, die aufrechte Sitzposition, längere Strecken und schlechte Straßen mögen. Hier solltest du besonders auf Sitzhöhe und Gewicht achten. Eine hohe Reiseenduro kann sich beim Fahren leicht anfühlen, beim Rangieren aber anspruchsvoll sein.


Cruiser bieten eine niedrige Sitzhöhe, entspannte Optik und viel Charakter. Sie können für kleinere Fahrer oder ruhige Touren sehr angenehm sein. Dafür sind sie oft schwerer und weniger wendig als Naked Bikes. Eine Probefahrt ist deshalb Pflicht.


Typische Fehler beim A2 Motorradkauf

Der größte Fehler ist, nur nach Leistung zu kaufen. 35 kW allein sagen wenig aus. Sitzposition, Gewicht, Reifen, Bremsen, ABS, Wartungshistorie und Versicherung sind mindestens genauso wichtig. Ein weiterer Fehler ist der Kauf eines gedrosselten Motorrads ohne saubere Papiere. Auch zu schwere Maschinen, hohe Sitzbänke oder teures Zubehör ohne Eintragung können später Probleme machen.


Fahranfänger sollten außerdem nicht das komplette Budget für den Kaufpreis ausgeben. Schutzkleidung, Versicherung, Anmeldung, Inspektion, Reifen und mögliche Verschleißteile müssen mitgerechnet werden.


Probefahrt: A2 muss sich leicht anfühlen

Bei der Probefahrt merkst du, ob das Motorrad wirklich passt. Kommst du sicher mit den Füßen auf den Boden? Lässt sich die Kupplung gut dosieren? Fühlt sich das Motorrad beim langsamen Wenden kontrollierbar an? Gibt die Bremse Vertrauen? Wirkt der Motor ruhig oder nervös? Wenn du dich nach wenigen Minuten sicher fühlst, ist das ein gutes Zeichen.


Fazit: Das beste A2 Motorrad ist nicht immer das stärkste

Ein gutes A2 Motorrad passt legal zur 35-kW-Regel, ist nicht zu schwer, sauber gedrosselt und im Alltag angenehm fahrbar. Naked Bikes sind oft ideale Allrounder, Reiseenduros bieten Komfort und Tourentauglichkeit, Cruiser punkten mit niedriger Sitzhöhe und Charakter. Wer Gewicht, Drosselung, Leistungsgewicht, Wartung und Probefahrt ernst nimmt, findet ein Motorrad, das nicht nur erlaubt ist, sondern wirklich Spaß macht.




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