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Motorradkette pflegen: Reinigen, schmieren und Verschleiß erkennen

  • Autorenbild: Markus Brömmler
    Markus Brömmler
  • 8. Juli
  • 3 Min. Lesezeit

Die Motorradkette ist eines der wichtigsten Verschleißteile am Bike. Sie überträgt die Motorkraft auf das Hinterrad und arbeitet dabei ständig unter hoher Belastung. Regen, Staub, Schmutz, Kälte, Hitze, Kettenfett und Straßendreck setzen ihr zu. Eine schlecht gepflegte Kette läuft rau, rostet schneller, belastet Ritzel und Kettenrad und kann im schlimmsten Fall zum Sicherheitsrisiko werden. Wer die Motorradkette regelmäßig reinigt, schmiert und kontrolliert, verlängert die Lebensdauer des gesamten Kettensatzes deutlich.

Der erste Schritt ist die Sichtprüfung. Sieht die Kette trocken, rostig oder stark verschmutzt aus, ist Pflege fällig. Auch steife Glieder, ungleichmäßiger Lauf oder laute Geräusche beim Fahren sind Warnzeichen. Eine gepflegte Kette sollte gleichmäßig laufen, leicht glänzen und nicht mit dicken Schmutz-Fett-Klumpen bedeckt sein. Gerade nach Regenfahrten, Motorradwäsche oder staubigen Touren sollte man die Kette prüfen.


Motorradkette pflegen: Reinigen, schmieren und Verschleiß erkennen
Motorradkette pflegen: Reinigen, schmieren und Verschleiß erkennen

Zum Reinigen verwendet man einen geeigneten Kettenreiniger. Aggressive Lösungsmittel, Bremsenreiniger oder Benzin sind keine gute Idee, weil sie Dichtungen angreifen können. Die meisten modernen Motorradketten sind O-Ring- oder X-Ring-Ketten. Diese Dichtungen halten Schmierstoff im Inneren der Kettengelenke. Werden sie beschädigt, verschleißt die Kette schneller. Deshalb immer Reiniger verwenden, der ausdrücklich für Motorradketten geeignet ist.


Eine Kettenbürste oder ein weiches Tuch hilft, alten Schmutz zu lösen. Wichtig ist, nicht mit Gewalt zu arbeiten. Der Schmutz soll entfernt werden, ohne die Dichtringe zu beschädigen. Nach der Reinigung sollte die Kette trocknen. Erst danach wird Kettenspray aufgetragen. Wer Kettenspray direkt auf nasse oder stark verschmutzte Kette sprüht, erreicht oft nur, dass Feuchtigkeit und Dreck eingeschlossen werden.


Kettenspray wird am besten auf die Innenseite der Kette gesprüht, also dort, wo sie später auf Ritzel und Kettenrad läuft. Ideal ist ein Zeitpunkt nach einer kurzen Fahrt, wenn die Kette leicht warm ist. Dann verteilt sich das Schmiermittel besser. Anschließend sollte das Motorrad etwas stehen, damit das Spray ablüften kann. Wer sofort losfährt, schleudert viel Schmierstoff auf Felge, Reifen, Schwinge oder Kennzeichenhalter.


Das Kettenspiel ist genauso wichtig wie Reinigung und Schmierung. Eine Motorradkette darf weder zu stramm noch zu locker sein. Der richtige Wert steht im Handbuch oder auf einem Aufkleber an der Schwinge. Gemessen wird meist am unteren Kettenstrang, ungefähr mittig zwischen Ritzel und Kettenrad. Zu wenig Spiel belastet Getriebeausgangslager, Kette und Schwinge. Zu viel Spiel führt zu Schlagen, Ruckeln und unruhigem Lauf.


Beim Spannen muss das Hinterrad gerade stehen. Beide Kettenspanner sollten gleichmäßig eingestellt werden, und die Achsmutter muss mit dem vorgeschriebenen Drehmoment angezogen werden. Nach dem Festziehen wird das Kettenspiel erneut geprüft. Wer dabei unsicher ist, sollte die Einstellung in der Werkstatt machen lassen. Eine falsch gespannte Kette kann teuer und gefährlich werden.


Verschleiß erkennt man an mehreren Punkten. Wenn sich die Kette vom hinteren Kettenrad deutlich abheben lässt, einzelne Glieder steif bleiben, Rost sichtbar ist oder die Kette ungleichmäßig gelängt ist, ist Vorsicht geboten. Auch Ritzel und Kettenrad müssen geprüft werden. Sind die Zähne spitz, hakenförmig oder ungleichmäßig eingelaufen, ist der Kettensatz verschlissen.


Wichtig: Kette, Ritzel und Kettenrad werden in der Regel gemeinsam gewechselt. Eine neue Kette auf alten Zahnrädern verschleißt schneller, läuft schlechter und ist keine saubere Lösung. Umgekehrt bringt ein neues Kettenrad wenig, wenn die Kette bereits gelängt ist. Der Kettensatz funktioniert nur als Einheit richtig.


Typische Pflegefehler sind zu seltenes Schmieren, falscher Reiniger, Hochdruckreiniger direkt auf die Kette, zu viel Kettenspray, zu stramme Einstellung und ignorierter Rost. Auch das Waschen des Motorrads ohne anschließende Kettenpflege ist problematisch. Wasser verdrängt Schmierung und kann Korrosion fördern.


Kurz gesagt: Eine Motorradkette braucht regelmäßige Aufmerksamkeit. Reinigen, trocknen, schmieren, Kettenspiel prüfen und Verschleiß erkennen sind einfache Arbeiten mit großer Wirkung. Wer seine Kette richtig pflegt, fährt leiser, sicherer und günstiger – und schützt Ritzel, Kettenrad und Antrieb vor unnötigem Verschleiß.

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